Tin Mandara Seen ... Sonnenfinsternis-Tour 2006 in die Libysche Wüste  
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Karte Libyen


Stand 31.3.2006


Etappe Wetter Reisezeit Distanz vitesse Verbrauch
Camp 6 sonnig, heiss, 25 Grad 4:15 Std. 170 km 41 km/h 16.3 L
Hinweis: die vollständige Bildergalerie (Grossformat) befindet sich hier

Nach der Sonnenfinsternis starten wir nun in Richtung Tin Mandara Seen.


Die Landschaft wechselt laufend ihr Bild und vorallem auch die Gesteinsformationen. Wieder vorbei am Wau an Namus und danach alles Richtung Nordwest nach Timsah. Diese kleine Stadt wird uns wieder genügend Benzin und Wasser geben.


Wie es so in der Wüste eben ist, muss man mit allem rechnen, so auch mit den vielen hundert Fahrzeugen, die der Sonnenfinsternis gehuldigt haben und ebenfalls den Weg zurück nach Timsah suchen.


Gerne unterstützen wir dabei die einheimischen Bewohner, die keine funktionierende Luftpumpe besitzen. Später werden wir selbst Opfer des Pannenteufels. Bruno's Lastwagen benötigt ein neues Vorderrad. Genug Arbeit für die ganze Gruppe. Gleichzeitig wird auch noch der Lastwagen von Louis und der Nissan von Ernst aufgetankt. Bruno's fahrende Tankstelle leistet wertvolle Dienste. Wie es so ist, wird das schwere Rad zweimal gewechselt, da das Luftventil erst nicht erreichbar, später defekt ist. Schade für die viele Arbeit. Doch Teamwork hilft ungemein.


Wieder Zeit sich der Landschaft und derer Schönheit zu widmen. Herrliche und eindrückliche Bilder.


Und wie es so ist, schlägt der Pannenteufel gleich nochmals zu. Am Fahrzeug unserer Wüstenfüchse, die bisher ausgezeichnete Helferdienste geleistet haben, platzt der Hinterreifen. Und wer schon spezielle Fahrzeuge mit in die Wüste bringt, der braucht auch gleich grosses Werkzeug für die Wiederinstandstellung. Für Regula war dies übrigens der glücklichste Moment ihrer Reise. Zum Einen hat sie festgestell, dass die Speicherkarte ihrer Digitalkamera nur voll war und nicht die Kamera defekt und zum Andern konnte sie 'scheinbar erstmals' die Rückseite des Wagens ohne montiertes Rad bewundern. Schön, wir danken ATW-Tour für die super Reiseplanung....


Durch die vielen kleinen Verzögerungen erreichen wir unser Tages-Distanzziel nicht ganz und müssen bereits bei Sonnenuntergang ganz schnell ein Camp suchen, kurz etwas essen, ausgiebig schlafen, denn am nächsten Morgen geht es bereits um 07:30 Uhr auf die lange und beschwerliche Fahrt nach Timsah.



Etappe Wetter Reisezeit Distanz vitesse Verbrauch
Timsah sonnig, heiss, 25 Grad 4:50 Std. 200 km 41 km/h 14.7 L
Murzuq (Campingplatz) sonnig, brütend heiss, 32 Grad 3:20 Std. 230 km 68 km/h 9.1 L
Hinweis: die vollständige Bildergalerie (Grossformat) befindet sich hier

Für die meisten der Teilnehmer beginnt der Tag verschlafen und noch sichtlich müde vom Vortag. Doch wie es sich für Abenteurer gehört beginnen wir unser Tageswerk pünklich um 07:30 Uhr mit der Abfahrt aus unserem Camp. Tom unser Führer möchte heute möglichst weit ins Land hinein fahren, um einen kleinen Zeivorsprung für die schwierigen Dünendurchquerungen zu gewinen.


.Die Landschaft bietet auch an diesem Tag unbeschreiblich schöne Perspektiven und die wenigen Dorfsiedlungen, die wir durchqueren zeigen eher eine sehr düsteres BIld von Libyen.


Endlich können wir auch wieder einmal einen der sonst sehr zahlreichen Kontrollpunkte passieren. Wie es sich gehört, wird Aguila seiner Aufgabe gerecht und in beinahe Rekordzeit kann die Reise weitergehen. Die Piste bis nach Timsah zählt eher zur Kategorie 'sehr beschwerlich' und erst kurz vo r der Stadt wechselt die Landschaft.

Wie es sich für Libyen gehört, konnten wir einen dieser riessigen Tanzllastwagen bestaunen, der mit rasanter Fahrt seinen Weg durch die Wüste bahnte.


Doch, wie es so ist im Leben, geht auch dieser Tag nicht ganz ohne Panne vorbei. Dieses Mal erwischt es das Explorer-Fahrzeug von Hedi und Martin. Die sorgfältig gepflegte und wohlbehütete Gewürzsammlung machte sich während der Fahrt aus der Halterung los und wie es sich für eine professionelle Würtzmischung versteht, löste sie auch gleich noch den Wasserhahnen im Spülbecken und verursachte dadurch nebst der ungeniessbaren Gewürzmischung auch eine handfeste Überschwemmung. Schade dass bei diesem Unglück auch noch die Sandsammlung verloren ging. Während nun Hedi jede Pause bis in die späte Nacht nutze, um die Unordnung wieder in Ordnung zu bringen, blieb für Martin der Job 'dreckiges-Abflussrohr-wieder-sauber-ausblasen' übrig. Eben nicht gerade ein 'Zuckerschlecken' ....


Nach run 1000 km Sand und Piste endlich wieder eine richtige Strasse. Selbstverständlich waren wir nicht die Einzigen, die an der einzigen Tankstelle Durst hatten. Da unser Nissan den Tankdeckel auf der linken Seite hat (in Libyen sind die Tankschläuche extrem kurz), mussten wir uns hinter ein Ungetüm von Fahrzeug stellen. Über 2000 Liter Diesel verschluckte der Riese und die Zeit stand für uns wirklich still.


Die Reise ging nach dem Auftanken von Benzin und Wasser gleich weiter. Schliesslich wollte auch das Team von Jürg Sollberger noch etwas von den kostbaren Rohstoffen zu sich nehmen.

Die libysche Baukunst ist leicht verwirrend. Am Anfang des Dorfes wird man gnadenlos auf 15 km heruntergebremst, für einen leuchtend gelben Fussgängerstreifen, anschliessend kann man die wunderbaren Geländer mit den frisch angepflanzten Bäumen betrachten, doch das wichtigste fehlt bis zum Schluss! Eine Ortschaft kann man beim besten Willen nirgends finden ....


Stunden und viele Kilometer später erreichten wir den Campingplatz von Murzuq. Hier bot sich die Gelegenheit endlich wieder richtig zu duschen, waschen und die persönlichen Hygienebedürfnisse zu erledigen.

Erstaunlich war eigentlich nur unser Lastwagenfahrer Jean-Louis. Er hat sich trotz Wüstenerfahrung gleich auf dem Campingplatz 'in-den-Sand-gesetzt'. Danke für die überaus lustigen Momente....


Das Abendprogramm konnte frei genutzt werden. So kam es, dass die einen dringend benötigte Ersatzteile für die Räder des Lastwagen besorgten, die anderen sich die Stadt Murzuq betrachteten und sich eines dieser herrlich durchgebratenen Hühner vom Grill gönnten und ich mich im Internetcafe mit den Tücken der modernen Kommunikation vergnügte. Modern insofern, als dass es tatsächlich eines gab, leider jedoch mit einer Kommunikationsgeschwindigkeit, wie wir sie noch vor 20 Jahren kannten (1200 Baudrate-Leitungen). Nach rund drei Stunden und unzähligen Versuchen waren doch zumindest alle Berichte aktualisiert und viele der Bilder ebenfalls auf dem Netz zur Verfügung. Das anschliessende 5km-Nightjogging in der Nacht von Libyen tat auch den schon fast eingerosteten Beinen gut. Kurz vor dem Camp wurde ich sogar noch von zwei Libyern in ihrem alten Datsun Cherry ohne Federung, jedoch mit CH-Kleber auf der Rückseite mitgenommen. Wie man sieht., die totale Verwertung der Rohstoffe!

Dank meinen Freunden konnte ich dennoch mein Poulet zum Znacht (Mitternachts-Lunch) geniessen. Sie hatten es mit einer Portion Tomatensalat für mich mitgenommen. Zu den melodischen Klängen der lokalen Musik genoss ich dieses Festtagsmenu nach den anstrengenden Internetstunden.


Etappe Wetter Reisezeit Distanz vitesse Verbrauch
Strasse Maknusa sonnig, heiss, 25 Grad 2:10 Std. 145 km 68 km/h 9.4 L
Tin Mandara Seen sonnig, sehr heiss, 32 Grad 1:50 Std. 35 km 19 km/h 33.3 L
Hinweis: die vollständige Bildergalerie (Grossformat) befindet sich hier

Die plötzliche Ruhestörung im Camp wurde durch einen 'hellhäutigen' Skorpion hervorgerufen. Wer nicht in der ersten Reihe stand, musste sich eben mit einem Foto inkl. 'technologischem Fortschritt' begnügen....


Nach dieser wunderbaren Erholung in der Zivilisation ging es nun wieder in die Dünen. Ziel, die Mandara Seen. Einst eine bewohnte Siedlung, doch nach der Zwangsausgliederung nur noch ein reines Touristenziel. Unzählige Seen könnte man hier, je nach Grundwasserstand beoachten.

Vorbei an den lokalen Märkten fahren wir nach Maknusa.


Bisher hatten wir auf der ganzen Reise, nie das Gefühl, dass in Libyen gearbeitet wird. Endlich nach 14 Tagen, die ersten Arbeiter, die mit einfachsten Werkzeug bemüht waren, vermutlich eine neue Telefonleitung nach Murzuq zu legen.

Überhaupt war diese Fahrt Richtung Norden sehr interessant. Bereits früher hatten wir beobachten können, dass viele Fahrzeuge mit frischem Stroh beladen waren, doch nirgends hatten wir bisher Tiere gesehen. Nun, wer Zeit hat findet auch hierfür eine Lösung. Vier Reiter auf ihren stolzen Araberhengsten, kaufen vermutlich die ganze Produktion für ihre wertvollen Tiere auf.


Doch bevor es von der Wüste geht, noch kurz frische Lebensmittel, vorallem Salat, Tomaten, Brot und gewisse Luxusgüter, wie Coca-Cola oder ähnliches einkaufen. Anschliessend wieder etwas das Allen Spass macht, einander beim 'lüftelen' helfen. Der Reifendruck wird massiv reduziert, um mehr Auflagefläche in den heissen und weichen Sanddünen zu erhalten.


Einige waren wohl noch nicht so richtig auf die neuen Verhältnisse eingestellt, dass sie b ereits an der ersten Düne Haare lassen mussten und einen weiteren Versuch starteten, um dieses Hindernis nehmen zu können.


Bruno und Susanne hatten heute ihren ganz grossen Tag, Bruno dessen hervorragende Fahrkünste uns entscheidend Arbeit abnahmen und Susanne, die immer wieder voller Mitgefühl ihren lieben Mann und auch den schweren Lastwagen dabei beobachtete und beide fürsorgliche betreute.

Doch nicht jede dieser unzähligen Dünen wollte unserer Gruppe wohlgesinnt entgegenkommen. Die ganze Gruppe musste sich in der Hitze der Sandwüste mächtig ins Zeug legen.


Doch der verdiente Lohn erwartete uns bei den Mandara Seen. Einer war noch nicht vollständig ausgetrocknet und bot uns daher die beste Möglichkeit zu einem Bade. Erstaunlich an diesem See waren zwei Eigenheiten. Erstens war das Wasser an der Oberfläche bedeutend kühler als am Grund und zweitens gab es überall Wasserstrudel, die waren derart heiss, dass man sich ohne Probleme hätte verbrühen können. Die Ursache?

Bei diesen Seen handelt es sich um Vulkanseen, die zum Teil noch heisses Salzwasser an die Oberfläche strömen lassen. Nach dem Vergnügen die Wohltat einer Dusche inkl. Duschhalterin, während andere sich beim nächsten Radwechsel abmühten. Klar dass unser "Rescue-Chef' am Schluss die Luft auf das gewünschte Mass 'entlassen' durfte.

Wie bereits in den vergangen Camp-Tagen hatte dafür unser Rescue-Chef seine liebe Mühe eine geeignte Schlafposition zu finden. Doch auch er hatte bis zum Sonnenuntergang genügend Zeit, sich 'gut-zu-betten'.


Während des Schreibens dieses Berichtes bin ich mir jedoch nicht mehr ganz sicher, ob die Beiden den Weg zum gemeinsamen Nachtessen noch rechtzeitig gefunden haben. Das Nachtessen Nassi Goreng war auf jeden Fall üppig verhanden und schmeckte ausgezeichnet. Besten Dank an Lisa und ihre kleine Küchencrew.




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