Erg Ubari - Brak ... Sonnenfinsternis-Tour 2006 in die Libysche Wüste  
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Karte Libyen


Stand 2.4.2006

Etappe Wetter Reisezeit Distanz vitesse Verbrauch
Camp 9 sonnig, extrem heiss, 33 Grad 4 Std. 66 km 17 km/h 34.3 L
Hinweis: die vollständige Bildergalerie (Grossformat) befindet sich hier

Wie man sich bettet, so liegt man! Wer sich jedoch frühmorgens in die Natur hinaus begiebt, sich sein-persönliches-stilles-Örtchen sucht, der geniesst auch gleichzeitig eine fantastische Aussicht.

Wie bereits in den vergangenen Tagen starteten wir unsere nächste Etappe Richtung Brak um 09:00 Uhr. Eigentlich sollte es gemäss unserem Reiseführer nur flach sein und keine Probleme bieten. Und in der Tat, die ersten 30 Minuten fuhren wir über endlose Weiten und genossen die Landschaft.


Vorbei an ausgetrockneten Seen und einer üppigen Gebüschlora. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.


Die erste Düne wurde von unserem Fahrer derart seitlich angefahren, dass das Auto bedenklich schräg in der Landschaft stand und einzig die beiden Maskottchen den Ernst der Lage noch nicht vollständig erfasst haten.

Bereits die zweite Düne sollte zum Knackpunkt für das Team werden. Viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung der beiden Lastwagenfahrer und natürlich eine Menge Geschick und körperliche Anstrengung der übrigen Personen. Und wer die grossen Sandbleche von einer Ebene in die nächste trägt, um Strassen vorzubereiten, sollte dies immer gerade für beide Fahrzeuge vorsehen....

Dumm war allerdings die kleine Geschichte mit dem sechsten Sandblech. Bei einem der unzähligen Versuche wurde es derart in den Sand geschoben, dass erste ein grosses Loch gegraben werden musste, um es zu befreien. Der nächste Akt war da jedoch noch viel anstrengender. Denn plötzlich fehlte eines dieser kostbaren Helferstücke, keiner wusste mehr wo es denn sein könnte und da ja heute auch gleich noch der 1. April war, wäre ja alles möglich gewesen. Doch weit gefehlt, das Blech wurde in der Tag eingegraben und erst nach zweistündiger Suche gefunden.


.Die nächsten Fotos zeigen die Hauptakteure des restlichen Nachmittages. Bei dieser Dünenüberquerung war die Welt vorallem für den Fahrer des ersten Fahrzeuges noch vollständig in Ordnung. Auch der zweite Fahrer strahlte über beide Backen. Unser Führer liess sich keine Unruhe anmerken.


Dank einer fahrerischen 'Glanzleistung' musste unser Fahrzeug in der Folge gleich dreimal ausgebraben, hinaus oder über die Klippe hinüber gezogen werden.


Dabei gerieten selbst unsere Helfer in missliche Lagen, die nur dank gemeinsamer Unterstützung zu lösen waren.


Schlussendlich konnte selbst das nigelnagel neue Abschleppseil von Tom noch eingesetzt werden, um unser Fahrzeug zu befreien.


Der allerletze Einsatz fand schliesslich auf dem Camp statt. Die Augen bereits auf dem schönsten Nachtlagerplatz versandete auch noch das Fahrzeug von Hans. Unser 'Rescue-Chef' konnte hier ebenfalls nochmals kurz mithelfen und im Gegensatz zu den vergangen Tagen fand er seinen Nachtplatz gleich auf Anhieb. Sei's drum, wer wirklich müde ist, sucht nicht ewig für das Beste sondern begnügt sich auch kurzerhand mit einer 'guten Lösung'.


Unser Nachtessen am gemeinsamen Tisch, pünktlich zubereitet, frischer Salat mit Tomaten garniert, Rotkraut mit Curry verfeinert und mit Rahm abgescheckt und herrlich duftende Safranspätzli an einer Rahmsauce.

Zum Schluss stand ich noch in der Küche von Monika und Jean-Louis und bereitete für die ganze Meute Crepes zu. Mit Zimtzucker oder Ahornsiurp garniert ein guter Tagesabschluss.

Das Camp wurde diesmal auch gemeinsam mit den Teilnehmern der 4wöchigen Tour geteilt. Platz hatte es ja genügend. Und nachdem uns Jürg Sollberger (Jüre) bereits unterwegs bei einigen Übungen geholfen hatte, war der nächtliche Grappa eine Wohltat.


Etappe Wetter Reisezeit Distanz vitesse Verbrauch
Dünendurchquerung bereits früh heiss, 31 Grad 3:40 Std. 89 km 24 km/h 24.3 L
Camp Brak brütend heiss, 32 Grad 1:52 Std. 103 km 55 10.3 L
Hinweis: die vollständige Bildergalerie (Grossformat) befindet sich hier

Ein letztes Gruppenbild aus der Sahara, sprich dem wunderschönen Dünengürtel, den wir durchquert haben.


Die Hausarbeit des Vorabends und des Morgenessens, ein täglichesRritual, dass es sorgfältig zu erledigen gilt. Anschliessend Fahrzeug auf die Reise vorbereiten, das Tagesbriefing und los geht die Reise. Dieses Mal nun noch das letzte Stück der Dünendurchquerung. Wie bereits gestern nur noch einfaches und flaches Gebiet. Also kein Problem! .


Und wer die Dünenkette in der Natur bewundert, mag erstaunt sein, wenn plötzlich ein tiefes Brummen und Grollen zu hören ist. Urplötzlich erscheint dieses grosse Monster auf der Kuppe bevor es sich mutig in die Tiefe stürzt. Beinahe ein kleines Naturspektakel, dass einem da geboten wird, jedoch eben nur beinahe!!!


Apropos flach und eben. Zum Teil war die Strecke derart flach, dass unser Führer Tom die Probleme suchen musste. Zum Glück fand er sie mit seinem geschulten Auge, so dass auch der 'Rescue-Chef' wieder eingesetzt werden konnte.


Doch schon bald bot sich auch für die übrigen Teilnehmer genügend Arbeit..Die mangelnde Bodenfreiheit sowie die immer für diesen Augenblick falsch eingesetzte Geschwindigkeit setzten unser Fahrzeug wieder erhöhten Belastungen aus. Einziger Trost im Gegensatz zum Vortag, heute wurde konsequent das Abschleppseil eingesetzt. Nicht erst mühsam ausgraben, sondern direkt anhängen und ziehen! Eine Wohltat für den Verfasser dieses Berichtes, denn die Hände haben bereits so viele geschundene Stellen, wie es Sandkörner in der Wüste gibt.


Trotz gutem Willen reichte es unserem ersten Hilfesteller nicht, uns aus der misslichen Lage zu befreien. Die 'Wienerli gaben zwar alles, doch der gute Wille alleiine genügte nicht'. Aber sobald die professionelle Hilfe anrückt, wird alles wieder gut. Wer Sand sät wird Sand ernten, oder wer sich auf Sand bettet wird diesen aus vielen Ritzen wieder verlieren.....


Und wie es sich für die weite Wüste so gehört, haben sich doch tatsächlich zwei Fahrzeuge unserer Gruppe näher kennengelernt. Kaum zu glauben, hat es doch so viel Platz.

Das wohlverdiente Mittagessen fand in einem dieser unzähligen Wadi's statt. Umrundet von Palmen und meterhohen Sträuchern schmorten wir in der Hitze von über 32 Grad sanft dahin....


Nach der Mittagspause, die bereits für die ersten Reparaturermittlungsversuche an Bruno's Lastwagen genuztzt wurde, ging es weiter durch die zwei breiten Wadi's, Richtung Norden zur Achse Idri-Brak.


Vermutlich zum letzten Mal wurden die Fahrzeugeräder wieder auf Strassenverhältnisse aufgepumpt. Und auf der Teerstrasse ging es nun nach Brak. Hier fand ich ohne grosse Umschweife ein Internetcafe, in dem neben arabisch auch französisch und englisch gesprochen wurde. Die Verbindung war nicht schnell, doch stabil und so konnten beinahe alle Pendenzen erledigt werden. Selbst das längst gesuchte Postoffice haben wir dank der Hilfe eines Taxifahreres ausfindig gemacht. (Hinweis: in jeder Stadt, die jene grossen Kommunikationsmasten mit den unterschiedlichsten Satelittenschüsseln besitzt, findet man an deren Fuss ein Postbüro oder ähnliches. Die Karten konnten eingeworfen werden und sind nun unterwegs. .....


Während sich der Tag langsam dem Ende zu bewegte, die einen sich für das Essen vorbereiteten und Lisa in der Küche den Kartoffelstock mit Gulasch kochte, machten sich fleissige Hände an die Arbeit, um das abgerissene Kabel am Alternator des Lastwagens 'buschmässig' wieder zu reparieren. Ende Gut alles Gut. Und das Essen war ausgezeichnet.

Und weil die Abende hier in Libyen so spektakulär sich nur Neige legen, hier nochmals zwei Bildimpressionen.




Morgen beginnt die Reise in Richtung Norden über Shwayrif, Gariyat nach Sabrata am Mittelmeer, um später Libyen wieder verlassen zu können.

Langsam aber sicher bewegt sich auch unsere Reise dem Ende entgegen. Schade ....

weiter im Bericht
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