Ausreise Libyen ... Sonnenfinsternis-Tour 2006 in die Libysche Wüste  
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Karte Libyen


Stand 4.4.2006

Etappe Wetter Reisezeit Distanz vitesse Verbrauch
Camp 11 sonnig, 25 Grad 6:01 Std. 475 km 79 km/h 9.5 L
Hinweis: die vollständige Bildergalerie (Grossformat) befindet sich hier

Den heutigen Bericht beginne ich mit dem noch schuldigen Foto des Vortages ...


Mit der Reise Richtung Norden beginnt natürlich auch wieder die Arbeit für unseren libyschen Führer. Wieder gilt es den nun häufiger vorkommenden Durchgangsposten unsere Dokumente vorzuzeigen. Meistens mit einem Kopfschütteln der Irritation quitiert, doch immer freundlich lächelnd.

Man könnte meinen, dass nur Bruno mit seinem Lastwagen Probleme hat. Doch weit gefehlt. Während die Defekte bei Bruno's Truck vermutlich auf das Alter zurückzuschliessen sind und daher noch mit Buschmechanik repariert werden können, verhält sich dies beim Fahrzeug von Jean-Louis und Monika ganz anders. Dieser Luxus-Liner der 1. Güteklasse bietet beinahe jeden erdenklichen Schnickschnack. Selbst die Brotbackmaschine ist hier aufzuzählen.

Aber leider hat der Truck ein ganz grosses Problem. Der Häcksler, im Umgangsslang kurz Mixer genannt, funktioniert nicht mehr. Dieses überaus wichtige Gerät ist unter der wunderbaren Toilette angebracht und somit wird klar, dass die Beiden neuerdings eben auch mal 'nach draussen müssen'.



Leider fehlt ihnen noch die nötige Erfahrung und ich denke auch mal die nötige 'Coolness' um draussen 'sche....en zu können'..... Doch noch bleiben einige Tage! Genügend Ziet, die sehr ärgerliche Sache, durch wunderschöne Augenblicke zu ersetzen ....


Während unser Konvoi so durch die Lande 'tuckert' sind einige der Fahrer an ihre Grenzen gekommen. Ihnen fehlt der dringend benötigte 'Auslauf'. Immer nur hinterherfahren und dabei noch von allerlei Fahrzeugen überholt zu werden, zehrt mächtig an den Nerven.


Die Landschaft überrascht uns dafür immer wieder mit neuen Perspektiven und erstmals seit langem auch wieder mit Blumen und sonstigen 'Grünpflanzen' ...


Das Mittagessen geniessen einige im Truckerrestaurant eines Tunesiers, der den Dreh für Service, Geschwindigkeit und Angebot gefunden hat. Ich habe mich für das typische Menu entschieden und erhalte dafür die kleine Antipasta-Platte und später Fleisch mit Pommes und Krautsalat. Andere lieben den Duft der Pizza und freuen sich auf die Thonpizza mit Oliven.

Einzig Jean-Louis kommt und kommt nicht zum Essen, obwohl bereits alles bereitsteht und langsam kalt wird, ist nichts von ihm zu sehen. Auch weiss eigentlich niemand, wo er sich wirklich aufhält. Monika lässt sich deshalb das ganze Menü im 'Hundetütchen' einpacken und just als alle gehen erscheint der liebe Mann schliesslich auch.

Wo er war? Wasser holen!

Solange wie er weg war, müsste es für mindestens zwei Vollbäder im Whirlpool reichen ...


Die Zeit für das Mittagessen haben Hedi und Martin besser genutzt. Viele tausend Kilometer vom Heimatort fand sie in einem lokalen Baumarkt die schon längst gewünschte Petrollampe und konnte diese auch gleich erstehen. An dieser Stelle frage ich mich, ob du Martin nicht mehr Geld und Zeit sparen würdest mit einem Kurzbesuch bei Hornbacher, als jedes Mal in derart ferne Länder zu reisen für de kleinen Dinge des Lebens. Dies umso mehr,als dass ich noch nie von einem der Geschäftsführer auch gleich ein Foto des eigenen Fahrzeuges erhalten habe!

Wie auch immer, wer unseren Reiseführer Aguila beobachtet hat, der hat gemerkt, dass ihm unsere Küche, unser Gebahren, unser Verständnis und selbst unsere Vorsicht sehr befremdet. Raucht er nicht, ist er entweder krank oder hat wie so oft keine Zigaretten mehr. Seine Nahrungsaufnahme bleibt mir jedoch bis zu jenem Augenblick ein Rätsel, als, der Zufall wollte es wohl so, die Hintertür von Tom's Fahrzeug offen blieb und ich in das Reich der 1000 Sinne Einblick erhielt....


Die Fahrt des heutigen Tages führt uns immer mehr hinauf in den Norden. Entlang des grossen Wasserprojektes von Libyen (2000 km Pipeline aus dem Süden, um Tripoli am Leben zu erhalten), vorbei an den Opfern der Strasse und an immer mehr grüner Vegetation.

Das Nachtessen geniessen wir wieder im Kreise der Gemeinschaft, jeder kocht für sich, gegessen wird am langen Tisch. Eine Tradition, die nochmals Gelegenheit bietet, sich auszutauschen und die erlebten Momente miteinander zu diskutieren.

Unser Nachtessen: Nudeln an Pilzrahmsauche, gebratene Spargelcremespitzen mit einem Senf-Knochblauchdip, Jägergemüseplatte, Birnenschnitze zum Glück noch mit etwas Schlagrahm von Landolt's, da unser Whiskey zum Flambieren kurz davor ausgetrunken wurde ...


Etappe Wetter Reisezeit Distanz vitesse Verbrauch
Jugendherberge Sabrata sonnig, kühler Wind 25 Grad 5:10 Std. 345 km 67 km/h 8.9 L
Hinweis: die vollständige Bildergalerie (Grossformat) befindet sich hier

Der nächste Morgen brachte wieder ein neues Problem. Kurz nach dem obligaten Morgenbriefing wollte der Nissan nicht starten. Die Batterie war völlig erschöpft und selbst der mitgeführte Startbooster konnte nicht helfen. Auch der Frustausspruch - schon wieder wegen dem "scheiss Computer" zeigte keine Wirkung auf die Situation.

Einzig die Hilfe von Martin und der mündliche Unterstützungsspruch von Hedi "Martin gib alles mit dine Wienerli" verschaffte genügend Power und die Abfahrt konnte mit einer leichten Verzögerung losgehen.

Unterwegs endlich die wohl dringendste Mitteilung, auf die schon viele der Teilnehmer gewartet haben. Hans gibt durch das Funkgerät bekannt, dass das Mobilfunknetz erkennbar ist. Und bereits die nächste Pause zeigte die entsprechende Wirkung. Ein Bild wie es auch in europäischen Städten wohlbekannt ist. Leute die in Gruppen umherstehen und entweder telefonieren oder aber SMS verfassen ....


Weiter ging die Reise Richtung Norden unserem Ziel in der Nähe von Tripoli entgegen. Die Polizeikontrollen wurden wieder vermehrt sichtbar und die Landschaft immer grüner.


Die nächste Ortschaft bot einige ganz spezielle Einblicke in städtebauliche Auswüchse. Auf einem Hochplateau angelegt und in die Schluchten hinabgebaut und darin eingebettet die alte und verlassene ehemalige Berber-Ruinenstadt. Lautes hupen, wildes Fahren, unübersichtliche Strassenverhältnisse, hektische Personen, die über die Strassen laufen, um vom einen zum anderen Laden zu hetzen - Willkommen in der Zivilisation.

Lea hatte in der Zwischenzeit ihre eigenen Sorgen. Sie hatte von einer Studienkollegin das beinahe schon verzweifelt klingende SMS erhalten "Wo bist du? Ich habe dich nirgends erreicht! Kommst du nicht an die Uni zum Studium? - Für den Laien mag die Begründung, dass Lea es doch tatsächlich geschafft hatte die Termine zu verwechseln, erstaunlich klingen, die heutige Jugend!


Der Mittagshalt am Rande der Stadt und hoch über der Ebene war sensationel. Danach ging es nun Richtung Sabratha, dem Ziel unserer heutigen Etappe.


Andere Länder, andere Sitten, oder wie parkiere ich einen Wagen mitten auf dem Mittelstreifen in der grünen Bepflanzung ohne mir selbst Schaden zuzuführen? Nicht ganz einfach, doch möglich.

In Sabratha ging es in die abgeschlossene Anlage der Jugendherberge. Diese bot gewisse Infrastruktur, doch in einem eher 'misserablen Zustand', verglichen mit jenen auf unserem Campingplatz in Murzuq. Vermutlich war die Jugendherberge zu nahe an den Ruinen von Sabratha und dadurch ein wenig zu viel davon 'inspieriert worden'....


Auch in Sabratha gibt es ein grosses Theater, welches im Vergleich zu Leptis Magna noch besser erhalten ist. Der Nachteil dieser Tatsache liegt darin, dass man von den Zuschauerrängen nicht mehr den ungetrübten Blick auf's Meer hat. Aber Freude macht es dennoch, die Ruinen zu betrachten und sich vorzustellen, dass vor 2000 Jahren die Menschen hier sich der Kultur und der Musse hingegeben haben ....


Der Abend sollte uns ein weiteres Highlight bringen. Auswärts essen unter der Leitung von Jüre! Alles war reserviert, gemäss GPS-Koordinaten war die Distanz nur gerade 2 Kilometer Luftlinie und dennoch mussten wir auf die Hilfe von Einheimischen zurückgreifen, um den Weg aus dem verschlungenen Dickicht, in welches wir geraten waren, wieder hinaus zu finden ....


Vom Meer weht der Wind und die Bäume beugen sich der Kraft ....


Als Fleischliebhaber habe ich mir dennoch das grossartig angepriessene Fischmenu 'gegönt'. Manch einer hatte seine wahre Freude daran, ich für meinen Teil hatte mehr Freude an den Personen um mich herum und den unzähligen Pepsi-Cola, die meinen Geschmacksnerv einwenig zu beruhigen wussten.


Einzig der abschliessende Fruchtsalat wurde meinen Ansprüchen gerecht .....


Nach diesem Essen ging es für viele zurück zur Jugi. Ich wählte den längeren Umweg in die Stadt zurück. Beim ersten Coiffeur liess ich mich nieder und genoss die Zuwendung, die mir dort zuteil wurde. Doch leider konnte ich dies nicht alleine tun, zu exponiert war der Ort ausgewählt. So vergönnten sich noch einige der Mitglieder der beiden Gruppen einen Blick in diese vertraute Umgebung und der Hairstylist sichtlich verwirrt ab derart viel Medienpräsenz wusste schliesslich nicht mehr, wieviel er mir für den Service kassieren wollte. Wir einigten uns auf 3 Dinar....

Die anschliessende Nacht verbrachte ich schliesslich am PC, bis der Nachtwächter mich wissen liess, dass er nun gerne hier schlafen möchte, da er doch bereits wieder um 06:00 Uhr aufstehen muss und 3 Stunden Schlaf nicht gerade viel sind....

weiter im Bericht
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