Rückreise ... Sonnenfinsternis-Tour 2006 in die Libysche Wüste  
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Karte Libyen


Stand 7.4.2006


Etappe Wetter Reisezeit Distanz vitesse Verbrauch
Grenze Libyen kühl, feuchte Meeresluft, 24 Grad 2:50 Std. 116 km 41 km/h 9.5 L
Camp 13 - Zarat tropisch heiss, 32 Grad 2:50 Std. 170 km 59 km/h 8.8 L
Hinweis: die vollständige Bildergalerie (Grossformat) befindet sich hier

Es war nur eine kurze Nacht, die wir in der Jugendherberge verbrachten. Bereits früh am Morgen wurde das Morgenessen aufgetischt und der Convoi mit dem vollständigen Atlas-Team startete um 07:30 Uhr seine Fahrt in Richtung Grenze von Libyen.


Auf der Strasse gilt das Recht des Schnelleren, des Wagemutigeren oder schlicht der Verrückten! Es wird überholt was das Zeug hält. Kein vorausschauendes Fahren, nur einfach, entweder ich bin vor diesem Auto oder eben noch hinter diesem, was schlecht ist!!!!


Und wer glaubt, die Brummis in der Schweiz haben einen unangenehmen Fahrstyl, der sollte sich einmal im Leben 50 km libysche Strassenverhältnisse zu Gemüte führen. Dieser Lastwagen, der uns hier eben überholt (wir sind bereits mit 80 km/h unterwegs) tut dies mit einer Art und Weise, die für uns kaum zu glauben ist. Westliche Fahrer haben Mühe ihm zu folgen, derart 'halsbrecherisch sind seine Manöver ...

Kurz vor der Grenze, der letzte Halt, 'Zollvorbereitungsarbeiten' und kurz eine Pinkelmöglichkeit, Frauen links (müssen leider über die Strasse), Männer rechts, alles in Fahrtrichtung wohlverstanden .... Jüres Anweisung wird nicht von allen 'gleich gut' verstanden ....


Vor der Grenze, das gewohnte Bild, erst eine kilometerlange Schlange von Lastwagen, die den Eintritt nach Libyen geschafft haben und nun ihre Waren im Land verteilen können und gleich anschliessend eine fast beinahe solange Reihe von Lastwagen, die wieder leer sind, zurück nach Tunesien möchten für die nächste Lieferung abzuholen. Und wer das letzte Bild betrachtet, der sieht am Schluss eben dieser leeren Lastwagenkolonne unseren 'halsbrecherischen Freund' in Reih und Glied stehen. Für ihn beginnt nun das stundenlange Warten für die Ausreise ...


Unser Grenzübertritt gestaltet sich für libysche Verhältnisse problemlos. Anhalten, Nummern demontieren, unsere Kennzeichen montieren, Pässe abgeben, Ausreisestempel erhalten, Geldwechseln (1:1 ohne Kursverlust, vielen Dank der modernen Wirtschaftsförderung), 1 tunesischen Dinar für die tunesische Fahrbewilligungen bereithalten und anschliessend einholen und nach 3 Stunden geht die Fahrt wieder weiter Richtung Norden.

Zwei Schrecksekunden gab es aber doch noch ...

Hinweis: jeglicher Export von Waren und Andenken (dazu zählen vorallem Sand und Steine oder Versteinerungen) aus Libyen sowie die Einfuhr von tunesischen Dinar sind strikte verboten!

Das erste Fahrzeug musste beim libyschen Zoll links in die grosse 'Durchsuchungshalle' abbiegen. Zum Glück nur eben jenes, welches von Dagi gefahren wurde, während die übrigen Fahrer geradeaus fahren konnten (huuu, welch Glück !!!!)

Später stellte sich heraus, dass Dagi nur gefragt wurde, ob er tunesische Dinar dabei hätte, was dieser mit einem Griff in den Hosensack und den wenigen Münzen, 'ohne rot zu werden' verleugnen konnte ....

Das zweite Ereignis hätte beinahe zu einer stundenlangen Warteirei ausarten können. Denn einer der Fahrer hatte seinen Fahrzeugausweis im Dokument der libyschen Polizei zurückgelassen. Zum Glück war unser tunesischer/libyscher Mitarbeiter, der uns beim Übertritt unterstützte noch anwesend, um dieses Versehen auf einfachste Weise zu klären und zu erledigen.

Unser libyscher Polizist, der uns die letzten 2 Wochen begleitete verschwand wie er plötzlich bei uns gewesen war. Er ward plötzlich nicht mehr gesehen, einzig die Erkenntnis, dass er plötzlich eine Kamera hatte und einige Schnappschüsse von einzelnen Personen machte, bleibt uns noch in Erinnerung ....


Nach dem Grenzprozedere war es höchste Zeit, die Mittagspause unter einer schattenspendenden Reihe von Bäumen zu geniessen. Wäre da nicht dieser Sattelschlepperzug gewesen, der mehrmals genau vor unserem Essensort seine Fahrkünste ausprobierte und dabei jede Menge Staub aufwirbelte, es wäre richtig gemütlich gewesen. Auch dieses Erlebniss, zählt wohl zu den Ereignissen: 'Andere Länder, andere Sitten'


Die restliche Fahrt verging wie im Flug, erst die vielen Geldwechsler, die am Strassenrand ihre Scheine in die Luft hielten, die vielen improvisierten Tankstellen, die Teppichhändler und endlich auch wieder 'Zivilisation'.


Und mit der 'Zivilisation' auch endlich wieder die Möglichkeit, die Kommunikationsgeräte zur Hand zu nehmen und einzusetzen. Vor lauter Schneegestöber in der fernen Heimat hätte es bei dieser Rast doch noch gleich die linke Hinterseite jenes Fahrzeuges gekostet, welches bereits mit einer Delle die Reise gestartet hatte ....

Dieses Glück hatte unser Lastwagen von Bruno nicht ganz, bereits zum zweiten Mal hatte sich eines der Kabel vom Alternator losgelöst und das Startprozedere massiv in die Länge verzögert. Doch der dargereichte Pausenschnack, der direkt aus dem Liegesitz unseres 'Rescue-Chef'-Auto's genossen werden konnte und auch die übrigen 'Gaffer' bei Laune hielt, tat gut und schmeckte so richtig gesund.


Die Weiterfahrt ähnelte jener auf libyschen Strassen, Überholen, sich überholen lassen und ja nicht die Nerven verlieren und dabei dabei ruhig bleiben war die Devise ...

Die wohl letzte Fahrt auf Naturstrassen führte uns schliesslich wieder ans Meer.

Unser letzter Campingort lag leicht erhöht und bot eine tolle Aussicht auf die noch 'unverbaute' Küstenzone.

Jetzt fehlte eigentlich nur noch das bereits schon lange verdiente Bad im Meer. Schade nur, dass man an die Werbung mit 'i'm walking' erinnert wurde, denn der Strand war derart flach, dass man viele hundert Meter ins Meer hinauslaufen konnte ohne mehr als bis zu den Knien im Wasser zu versinken ....


Schliesslich traffen sich alle wieder im Camp und die gewohnten Vorbereitungen zum Nachtessen wurden gestartet. Ich genoss die Zigarre und konnte mit den mündlichen Anweisungen die Küchenmannschaft dirigieren. Monika liess sich vor ihrem Lastwagen zur Ruhe, während Jean-Louis in der Küche handwerkte.


Alle traffen wir uns wieder am langen Tisch. Die verschiedenen Kochkünste wurden kurz erläutert und schliesslich der letzte Sonnenuntergang auf dem afrikanischen Kontinent genossen. Wären nicht die lästigen Stechmücken gewesen, wir hätten unser Essen, Nudeln mit Pilzen sweet and sour mit Chili pikant gekocht noch mehr genossen. Auch der abschliessende Sirup G oder war es ein anderer Buchstabe, schmeckte ausgezeichnet. Vielen Dank der Küchenmannschaft und den Spendern ...

Zwei Eindrücke haben mich noch in den Schlaf begleitet ....


Die Haltestelle im Nigrendwo ...


und die Wasserwaage. Ich hoffe die beiden haben ausbalanciert und im Lot geschlafen.


Etappe Wetter Reisezeit Distanz vitesse Verbrauch
Hotel Diar el Andalouse heiss 28 Grad, sonnig 4:45 Std. 350 km 73 km/h 10.8 L
Hinweis: die vollständige Bildergalerie (Grossformat) befindet sich hier

Langsam aber sicher endet die Reise ....

Beinahe wären wir enttäuscht worden, kein Sonnenaufgang aufgrund von Wolken. Doch plötzlich drängt das Licht dennoch durch die Wolkendecke und wir wissen, dies wird nun der allerletzte Aufgang sein, denn wir geniessen können.



Auch beginnt quasi die letzte Fahrt auf diesem so interessanten Kontinent, der uns in den letzten drei Wochen viele wunderbare Augenblicke gönnte.


Freies Fahren ist angesagt, das Ziel unser Hotel in Sousse, direkt am Meer und nur noch rund 200 km von Tunis entfernt. Endlich zeigen, dass man ein Auto hat, dass auch den hiessigen Sitten und Gebräuchen durchaus mithalten kann.

Viele der Beifahrer werden froh sein, abends im Hotel anzukommen, nachdem die Fahrer ihren angestauten Geschwindigkeitsrausch ausgelebt haben. Zuweilen könnte man meinen, die letzten drei Wochen in der Wüste mit dem 'langsamen Schritt', ähnlich jenem der Kamele müsse innert kürzester Zeit abgelegt werden. Damit man befreit von diesem 'Ungefühl' wieder bestens vorbereitet auf die westliche Zivilisation und deren Tempo ist.

Bleibt noch ein Halt in einer lokalen Waschstrasse, wo noch richtig Hand angelegt wird. Und wer Sorge zum strapazierten Auto hat, schaut auch gleich bei den noch versandeten Schuhen nach. Erst Wasser, aber einfacher mit Druckluft und alles kommt wieder zum glänzen. Am Schluss der Arbeit wird gar selbst noch Hand angelegt, um die dringend nötige Pflege abschliessen zu können.


Frisch, wie der Frühling kann die Reise nun weitergehen. Die Erleichterung ist gross.


Spätere Ereignisse hätten diese Pflege gar massiv in Frage stellen können, doch Glück darf man ja schliesslich auch einmal einkassieren.


Vorbei an zahlreichen Dörfern, Werbeplakaten und endlich der erlösende Blick aufs Meer, der unser Ziel in Sousse ankündigt. Quer durch die Stadt zum Hotel, duschen und mit dem Taxi zurück in die Stadt zum berühmten Marktgeschehen innterhalb der Stadtmauern.

Endlich wieder handeln, um Preise verhandeln und mit den Verkäufern um jeden Dinar feilschen. Eine ganz spezielle Aktivität, nachdem man beinahe Monate vom Leben entfernt war.


Abends trafen wir uns in der Hotelbar, um die Gedanken über die Tagesaktivitäten auszutauschen. Gute Momente mit tollen Menschen ...


Schliesslich folgte das Nachtessen. Und das Nachtessen brachte einige neue Aspekte an den Tag. So auch die Tatsache, dass einige unserer Teilnehmer nur Erdbeeren, nicht aber Ananas lieben. Glück einen starken Partner an der Seite zu haben, der geduldig die Ananas isst und auf den Moment wartet, dass man genug gegessen hatte und man sich endlich auch eines jener Törtchen gönnen kann und dieses Mal sogar inkl. der Erdbeere ....


Nach dem üppigen Essen folgte endlich der geruhsame Ort der Erholung. Eine Wasserpfeiffe, frischen Kaffee oder Tee und letzte Gespräche vor dem ins Bett gehen, sorgten für einen wunderbaren Abschluss des Tages...




Etappe Wetter Reisezeit Distanz vitesse Verbrauch
Hafen Tunis sonnig, warm, 25 Grad 2:10 Std. 165 km 77 km/h 10.2 L
Hinweis: die vollständige Bildergalerie (Grossformat) befindet sich hier

Der letzte Tag beginnt mit einem Bade im Mittelmeer. Jene Gruppenmitglieder, die tagszuvor das Bad genossen hatten, waren überrascht, wie 'saukalt' das Wasser sich hier präsentierte. Daher war es nicht wirklich verwunderlich, dass selbst der Sonnenschirm noch immer alleine am Sandstrand auf die Gäste wartet.


Rechtzeitig vor dem Sonnenaufgang wurden die letzten Vorbereitungen zur Reise durchgeführt. Der Abschied war kurz und schmerzlos und die Reise ging nach Tunis zum Hafen La Goulette.


Vorbei an interessanten Strassensituationen, den Rebanbaugebieten und an den zahlreichen Herden, die die Strassenränder säumen.


Jüre führte die beiden Gruppen 'zielsicher' nach Tunis....


Bei der Einfahrt von Tunis starteten jedoch die kleinen Probleme mit den Strassenführungen und deren Interpretationen ....


Die Zementfabrik war derart interessant, dass uns Jüre die Möglichkeit bot, sämtliche Seiten dieser Unternehmung aus nächster Nähe zu betrachten.


Schliesslich erreichten wir die Einfahrt zum Hafenterminal. Aus dem grossen Turm der Moschee wurden wieder lautstark Gebete in die Welt gepriessen. Gleichzeitig begannen auch die letzten Reisevorbereitungen.

Während die Teilnehmer noch von den zahlreichen Souvenirverkäufern belagert wurden, drehten die heimischen Fahrschüler ihre Runden auf dem kleinen Parkplatz. Schliesslich öffneten sich auch die Tore zum Zollgelände.

Es war dies einer jener Momente, die einem eher verwirren. Ich war gerade bei Jean-Louis, um die Verhandlungen um die wertvolle und wunderbare Vase mitzuverfolgen, als plötzlich Monika wild schreiend angerannt kam, mit der Mitteilung, dass es weitergehen würde. Ich also rechtsumkehrt und wollte zum Fahrzeug zurück. Erstaunt musste ich feststellen, dass sich dieses bereits in vorderster Front in die Reihe eingeordnet hatte und zügig auf das Zollgelände zusteuerte. Ein echt mulmiges Gefühl alleine in einem fremden Land und seinem Fahrzeug hinterher rennend ....


Später die Schiffsreise, wieder dieses 'unangenehme Gefühl'.


Der Sonnenuntergang belebte jedoch nur gering meine bereits reduzierten Sinne ....


Etappe Wetter Reisezeit Distanz vitesse Verbrauch
Aosta sonnig, warm, 20 Grad 2:15 Std. 260 km 117 km/h 13.1 L
Maisprach bedeckt, 15 Grad 3:15 Std. 301 km 94 km/h 11.9 L
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Früh am Morgen beginnt das Leben an Bord. Die Kraft der Sonne und die Gewissheit, dass der grösste Teil der Schiffsreise bereits abgeschlossen ist, stimmt meine Lebensgeister positiv.

Das Meer zeigte sich von der ruhigen Seite und die Temperaturen waren durchaus angenehm.


Frühzeitig werden wir zum Mittagessen aufgefordert. Wie es scheint, sollte die Schiffsreise pünktlich in Genua enden. Wir näherten uns dem Ende der Reise. Die letzten gemeinsamen Augenblicke einer wunderbaren Reise quer durch die Libysche Wüste.


Bei der Einfahrt konnten bereits die nächsten Wüstenexoten mit ihren Fahrzeugen betrachtet werden. Kurz die Verabschiedung und schon verstreuten sich die Fahrzeuge in alle Himmelsrichtungen, hauptsächlich natürlich Richtung Norden.

Später konnten auch die beiden Tourleiterfahrzeuge eingeholt und gleich auch mit einem Wicken überholt werden.


Vorbei an den Reisfeldern, die zum Teil bewässert wurden in Richtung Schweizer Grenze. .


Unseren Halt wollten wir in Aosta durchführen und anschliessend die Fahrt gestärkt über die Passstrasse ins Wallis unter die Räder nehmen.

Doch, wie es scheint, werden bekannte Planungsfehler immer zu einem Thema.

Auch bei uns, wurde unser 'kleiner' Planungsfehler ein Thema. Wir hatten beim Laden des Fahrzeuges vergessen, die Werkzeuge zum Radwechsel herauszunehmen.

Und bis zu jenem Zeitpunkt hatten wir keine Probleme, bis wir feststellen mussten, dass wir hinten links mit einem schleichenden Platten zu kämpfen hatten.

Und so kam es, dass wir das ganze Interieur des Fahrzeuges ausbauten, die schwere Holzkiste herauszogen, das benötigte Radwechsel-Set herausnahmen und mit dem Radwechsel starteten.

Und gleich die nächste Überraschung! Das Werkzeug war gar nicht für dieses Fahrzeug ausgelegt, die maximale Höhe war zuwenig, um das Rad freizustellen. So musste uns ein zufällig umherliegendes Holzstück aus der Patsche helfen.


Nach weiteren kleineren 'technischen' Schwierigkeiten konnte der Radwechsel schlussendlich nach rund 90 Minuten abgeschlossen werden und


die Reise vorbei an Toni's Halt, dieses Mal im Sonnenschein, vorbei am Sonnenuntergang des Genfer-Sees und vorbei an den Waadtländer-Höhen, endlich ohne Schnee, nach Maisprach zur Geburtstagsparty eines unserer Männerriege Mitgliedes gehen.


Es folgte ein tolles Geburtstagsfest bis in die frühen Morgenstunden und wer drei Wochen in der Trockenheit der Wüste verbringt, der darf nicht überrascht sein, dass es in der Heimat eben regnet. Die letzte Übernachtung und ein ausgezeichneter Schlaf beendeten die Reise.


Zwei Tage später folgte eine weitere Reinigung des Fahrzeuges. Das Innere entleeren, dem Staub an den Kragen gehen. Und wie es sich gehört, wer viel mit Staub arbeitet, arbeitet am besten bei widrigen Wetterverhältnissen mit möglichst viel Schneefall, Regen, Wind und der entsprechenden Kälte.




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